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18 | 12 | 2017
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Wasser ist Leben

(aus "Magazin Samtgemeinde Wesendorf der Aller-Zeitung" vom 8. September 2015 )


Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Wasserversorgung im ländlichen Raum weitaus weniger komfortabel als heute. Dorf- oder Hausbrunnen waren die Regel und die Wasserqualität war nach heutigem Standard nicht immer optimal. Heute ist das anders: Die Haushalte in der Samtgemeinde Wesendorf erhalten ihr kühles Nass vom Wasserwerk Schönewörde, das vom Wasserverband Gifhorn betrieben wird.

 


 

 

 

Wasser ist Leben

Eine relativ einfache Filtertechnik reicht aus, um das sehr reine Schönewörder Grundwasser aufzubreiten, erläutert Dipl.-Ing. Andreas Schmidt, Geschäftsführer des Wasserverbandes Gifhorn.

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel: Ohne es ist Leben für Menschen und Tiere nicht möglich. Deshalb ist die ausreichende Versorgung mit gesundem und unbelastetem Wasser von entscheidender Bedeutung. „Schönewörde gehört mit Ettenbüttel zu den beiden größten unserer insgesamt sieben Wasserwerke. Wir haben hier im vorigen Jahr aus vier Brunnen 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert“, erklärt Dipl.-Ing. Andreas Schmidt, Geschäftsführer des Wasserverbandes.

Das Wasser kommt aus einer Tiefe zwischen 48 und 77 Metern – und bis es dort ankommt, hat es eine lange Reise hinter sich, erläutert Schmidt: „Das Wasserwerk Schönewörde liegt in einem Wasserschutzgebiet, das sich von Wahrenholz in östlicher Richtung bis an das Testgelände bei Ehra und dann nordwestlich über Knesebeck bis rauf nach Hankensbüttel erstreckt. Man muss sich diese Fläche, die 9.400 Hektar umfasst, wie eine Art Schüssel vorstellen: Ihr ‘Rand’ verhindert, dass Wasser von außerhalb eindringen kann.“

Jeder Tropfen, der im Schutzgebiet von oben fällt, kommt nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten, manchmal auch erst nach Jahrtausenden im Grundwasser an. Auf diesem Weg hat das Wasser verschiedene Erdschichten – Deckschichten genannt – passiert, wird dadurch gefiltert und kommt als sehr reines Wasser im Grundwasserstock an.

Kein Lebensmittel wird so penibel kontrolliert wie das Trinkwasser, das ist auch in Schönewörde der Fall. Dabei unterliegt nicht nur das Reinwasser, das als Trinkwasser an die Haushalte geliefert wird, einer regelmäßigen externen und internen Kontrolle, auch die höher gelegenen Grundwasserleiter werden auf unerwünschte Stoffe untersucht. „Industrie spielt hier bei uns kaum eine Rolle, der Eintrag unerwünschter Stoffe erfolgt hauptsächlich durch Düngemittel aus der Landwirtschaft, also Stickstoff“, sagt Geschäftsführer Andreas Schmidt.

In fünf großen Sandfiltern wird das ankommende Rohwasser von Mangan und Eisen befreit – mehr Aufwand ist nicht erforderlich.

An dieser Zapfanlage werden Proben des Rohwassers entnommen und im Labor untersucht.

Reinwasserpumpen mit einer Kapazität von 500 m3 in der Stunde befördern das Trinkwasser ins Leitungsnetz.

Gemeinsam für sauberes Wasser

Düngemittel lassen sich einfach nicht so gezielt anwenden, dass sie von den Pflanzen restlos aufgenommen werden können. „Deshalb gibt es bei uns, wie auch anderswo in Niedersachsen, sogenannte Schutzgebietskooperationen, in denen der Wasserverband, die Landwirte, der Landkreis und alle, die zum Grundwasserschutz beitragen können, vertreten sind. Da stimmen wir uns untereinander ab und vereinbaren Maßnahmen und Grenzwerte, die im Wasserschutzgebiet einzuhalten sind.“

Das könne sich auf den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel beziehen oder auch auf den Zeitpunkt zur Ausbringung von Düngemitteln, auf die mechanische Unkrautbekämpfung oder die Einhaltung bestimmter Fruchtfolgen, die den Abbau unerwünschter Stoffe begünstigen. Schmidt: „Das geschieht auf freiwilliger Basis und wir bieten den Landwirten, die sich verpflichten, diese Auflagen einzuhalten, für ihren erhöhten Aufwand einen finanziellen Ausgleich.“ Diese Vorgehensweise diene der Vorsorge und sei kein Zeichen akuter Gefährdung, ergänzt Schmidt: „Wir untersuchen ständig das Grundwasser, sowohl im Oberflächenbereich, den wir nicht nutzen, als auch in der Tiefe, aus der wir das Wasser fördern. Wir müssen schon heute alles dafür tun, den Eintrag von unerwünschten Stoffen zu minimieren, damit auch die Generationen nach uns über gesundes, sauberes Wasser verfügen können.“

Das im Schönewörder Wasserwerk geförderte Wasser hat den Härtegrad 1 und ist damit sehr weich. Pro Stunde können die Pumpen 400 Kubikmeter Rohwasser fördern, das dann durch fünf große Sandfilter geführt wird. „Unser Rohwasser ist so rein, dass wir für die Aufbereitung keine aufwendige Technik und erst recht keine Chemie benötigen. In den Sandfiltern wird lediglich Mangan und Eisen entfernt. Beide Stoffe sind gesundheitlich unbedenklich, würden aber auf Dauer das Leitungsnetz belasten“, betont Schmidt. Von den Filtern gelangt das Wasser in den Reinwasserbehälter, der ein Fassungsvermögen von 1.650 Kubikmeter hat. Reinwasserpumpen mit einer Leistung von 500 Kubikmetern pro Stunde befördern das Wasser weiter und sorgen für einen Netzdruck von 6,5 bis 7 bar.

Reibungsloser Betrieb rund um die Uhr

Die Pump- und Aufbereitungstechnik ist relativ einfach – das über 1.000 Kilometer lange Leitungsnetz des Wasserverbandes und die Steuerungselektronik sind dagegen außerordentlich komplex. An 365 Tagen im Jahr sind deshalb rund um die Uhr die Spezialisten des Wasserverbandes damit beschäftigt, den einwandfreien Betrieb der Wasserversorgung – nicht nur für die Samtgemeinde Wesendorf – zu sichern. Damit Tag für Tag jeder etwas so Selbstverständliches und doch so Kostbares wie das Wasser nutzen und genießen kann.



Für den reibungslosen Betrieb rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr sorgen die Fernüberwachung und Fachleute wie Betriebselektriker Thomas Breitbarth.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. November 2015 um 10:34 Uhr