Wasserwerk Wedelheine – Manganaufbereitung

In diesen Tagen werden viele Haushalte in der Samtgemeinde Papenteich sowie in Wasbüttel Post vom Verband erhalten. Darin wird über ein Problem mit der Manganaufbereitung im Wasserwerk Wedelheine informiert. Alle Kunden, die davon betroffen gewesen sein könnten, wurden angeschrieben.

Was war passiert?
Im Zuge notwendiger Sanierungsarbeiten im Wasserwerk Wedelheine ist es Anfang März 2020 zu einem Problem bei der Aufbereitung gekommen. Nach dem Austausch des Filtermaterials in den Aufbereitungsfiltern entwickelten sich die für die Manganentfernung notwendigen Bakterien nicht so schnell wie geplant, weshalb Mangan durchgebrochen ist und von einigen Kunden im Filter ihrer Hausinstallation als schwarzer Schlamm festgestellt wurde. Der Grenzwert gemäß Trinkwasserverordnung wurde überschritten.

Wann ist das Problem aufgetreten und welche Werte wurden gemessen?
Am 6.3.2020 wurde mit einem Wert von 0,117 mg/l (Milligramm je Liter) erstmals eine Überschreitung des Grenzwertes (0,05 mg/l) festgestellt. Am 29.4.2020 lag der Wert mit 0,031 mg/l wieder sicher unter dem Grenzwert.
Die Bakterienbesiedelung in den Aufbereitungsfiltern hat sich noch nicht für eine Maximal-belastung ausgebildet. Am 5.5.2020 (0,056 mg/l) und am 19.5.2020 (0,053 mg/l) wurde allerdings der Grenzwert im Rahmen von Einfahrversuchen im Wasserwerk minimal für wenige Stunden überschritten.  Am 1.6.2020 wurde, ebenfalls für wenige Stunden, ein Wert von 0,085 mg/l  Mangan im Trinkwasser gemessen, weil die Aufbereitungsmenge wegen der extrem hohen Wasserabgabe auf fast maximalen Durchfluss gefahren werden musste. Am 2.6.2020 lag der Wert mit 0,029 mg/l wieder deutlich unter dem Grenzwert.

Ist Mangan gesundheitsschädlich?
Mangan ist auch in größeren als den hier vorliegenden Mengen nicht gesundheitsschädlich. Für Störfalle gibt es in den Leitlinien zum Vollzug der Trinkwasserverordnung (TVO) einen sog. Maßnahmenhöchstwert von 2,5 mg/l für Erwachsene und 0,5 mg/l für Kinder unter 2 Jahren, der ohne gesundheitliche Relevanz bis zu 10 Jahre erreicht werden darf (s. Kapitel 3, dort Mangan(IV)).
Zum Vergleich: Mineral- und Tafelwasser darf 0,5 mg/l Mangan enthalten.
Eine Einschätzung zur gesundheitlichen Relevanz von Mangan findet sich z.B. in einem Standardwerk der Wasserversorgung (Höll, Wasser 2010).

Ist es auch bei anderen Stoffen zu einer Grenzwertüberschreitung gekommen?
Das kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die regelmäßigen Wasseranalysen zeigen keinerlei Hinweise darauf.
Die Untersuchungen der einzelnen Brunnen, des sog. Rohwassers, im großen Umfang fanden letztmalig im Oktober 2019 durch ein unabhängiges Labor statt und ergaben keine Auffälligkeiten. Brunnen 5 wurde routinemäßig 2018 untersucht.

Bitte beachten:
Die Bewertung des externen Labors ist ein Standardtext, der sich auf die Grenzwerte im Trinkwasser, also dem aufbereiteten Brunnenwasser beziehen. Sie spielen hier keine Rolle.

Die ca. monatlich vom Verband durchgeführten kleinen Analysen sind unauffällig.

Die Werte im verteilten Trinkwasser wurden am 16.3.2020 im großen Umfang überprüft, also nachdem der Mangan-Grenzwert überschritten wurde. Die Analyse zeigt ebenfalls keine Auffälligkeiten. Dass der in Meine gemessene Manganwert unterhalb des Grenzwertes liegt, zeigt, dass die ab Wasserwerk enthaltenen Manganteile im Rohrnetz teilweise ausgefallen sind.
Den Verlauf der Mangankonzentration im abgegebenen Trinkwasser, gemessen teilweise täglich vom Verband, finden Sie hier.

Der Landkreis Gifhorn führt monatlich eine bakteriologische Untersuchung durch. Das sind die Ergebnisse seit Januar 2020.


Spülung des Leitungsnetzes
Der Verband hat bereits diverse Leitungsabschnitte gespült. Eine weitere Spülaktion startet am 8.6.2020. Dann werden zunächst die Haupttransportleitungen von Wedelheine nach Meine, danach das gesamte Netz von Wedelheine und einigen besonders betroffenen Nebenleitungen in anderen Ortschaften mit einem Luft-Wassergemisch von einer Fachfirma gespült. Der genaue zeitliche Ablauf kann nicht vorher festgelegt werden, deshalb wird jeder betroffene Haushalt zwei Tage vorher durch eine Mitteilung in den Briefkasten stundengenau unterrichtet. Darin wird auch beschrieben, welche Dinge während der in den jeweiligen Straßen nur einige Stunden dauernden Aktion berücksichtigt werden sollten.

Sollte es während der Spülaktion zur Bildung von Luftbläschen im Wasser kommen, finden Sie hier eine kurze Erläuterung.

Den Ablaufplan der Spülstrecken finden Sie hier.
Die Spülaktion könnte auch in Haushalten, die bisher keine Ablagerungen festgestellt hatten, in geringen Umfang zu kleinen schwarzen oder braunen Partikeln im Filter führen.