Preise und Preisgestaltung

Ab 2023 werden deutlich höhere Preise erwartet

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Preiserhöhungen, deren Gründe allgemein nachvollziehbar waren und im üblichen Rahmen lagen.

Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine, den daraufhin vom Westen verhängten Sanktionen und den daraus entstandenen Folgen hat es in diesem Jahr eine Kostenexplosion in allen die Trink- und Abwasserpreise betreffenden Bereichen gegeben. Die Preiskalkulationen werden erst im Oktober durchgeführt, es ist aber bereits jetzt absehbar, dass die genannten Faktoren auch beim Wasserverband Gifhorn zu ungewöhnlich starken Preissteigerungen ab 2023 führen werden.

  • Für die notwendigen Investitionen sind nicht nur stark gestiegene Bau- und Materialkosten zu berücksichtigen, sondern auch die erheblich gestiegenen Zinsen für die entsprechenden Kredite.
  • Bereits laufende Kredite wurden in den vergangenen Jahren meist langfristig zinsgebunden. Hier werden sich die Zinslasten ebenfalls, wenn auch nur allmählich, erhöhen.
  • Der Verband konnte seinen Stromverbrauch in den letzten Jahren durch ein gezieltes Energiemanagement und entsprechende Investitionen deutlich verringern. Dennoch werden jährlich ca. 9.000.000 kWh benötigt. Die extrem gestiegenen Strombeschaffungskosten werden sich voraussichtlich durch sehr deutliche Preissteigerungen im Trinkwasser und im Abwasser bemerkbar machen.
  • Der Fachkräftemangel hat auch den Wasserverband Gifhorn erreicht. Er wirkt sich nicht nur bei der Suche nach neuem Personal negativ aus, auf einige Stellenanzeigen gibt es keine Bewerber. Auch unseren vorhandenen Mitarbeitern bieten sich neue berufliche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt, sie mit konkurrenzfähigen Konditionen zu halten, ist schwieriger denn je. Der Verband hatte bisher als eines der wenigen öffentlichen Unternehmen in der Region auf die Einführung eines besser dotierten Tarifvertrages verzichtet. Um auch weiterhin seine Aufgaben erfüllen zu können, muss dieser Tarifwechsel zum Jahresbeginn 2023 erfolgen. Die Mehrkosten erreichen zwar bei weitem nicht die Ausmaße wie z. B. bei den Stromkosten, führen aber dennoch zu einer Belastung der Preise.
  • Eine neue gesetzliche Regelung wird ab 2023 die Abwasserpreise erhöhen. Mit der Änderung des Umsatzsteuergesetzes wird ab 2023 auf die Abwasserpreise 19% USt. aufgeschlagen. Zwar ergeben sich durch den dann möglichen Vorsteuerabzug auch Vorteile, Experten erwarten jedoch eine Mehrbelastung der Haushalte um ca. 8-10 %.

Auch wenn die Preiserhöhungen im Trink- und Abwasserbereich nicht die Höhe haben werden, wie sie derzeit z. B. für Strom, Gas oder die Zinsen zu beobachten sind und eine intensive Betrachtung der tatsächlichen Auswirkungen für den Verband noch aussteht, sind geschätzte Mehrbelastungen für einen Durchschnittshaushalt von monatlich 15-20 Euro durchaus wahrscheinlich.

Wir arbeiten kostendeckend!

  • Der Wasserverband Gifhorn ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen ohne Gewinnerzielungsabsicht.
  • Es gibt keine Dividenden für Aktionäre, sonstige Gewinnausschüttungen oder Boni.
  • Wenn es Überschüsse in einem Jahr geben sollte, werden diese dem Folgejahr gutgeschrieben.
  • Es wird jeder Cent für die Wasserversorgung bzw. Abwasserentsorgung der Kunden eingesetzt.
  • Preiserhöhungen finden deshalb ausschließlich statt, weil die Einnahmen die Ausgaben nicht mehr decken und die Ausgaben durch Einsparungen nicht weiter begrenzt werden können.
  • Die Preise werden von gewählten Vertretern der Kommunen im Landkreis Gifhorn kontrolliert.

Preiszusammensetzung und Durchschnittsverbrauch – Stand: 2022

  • Der Preis setzt sich zusammen aus dem Grundpreis und dem Arbeitspreis. Der Grundpreis beinhaltet feste Kosten wie z. B. Zinsen, Abschreibung und Personalkosten, die auch dann anfallen, wenn weniger Trinkwasser verbraucht wird. Der Arbeitspreis bildet den Preis je verbrauchtem m³ ab.
  • Ein 4-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 160 m³ wendet pro Person und Tag für seinen Trinkwasserbedarf nur ca. 14 Cent auf, das sind insgesamt im Jahr knapp 196 €. Darin ist „Lieferung frei Haus“ enthalten!

Wir, der Geschäftsführer und die Mitarbeiter des Verbandes, geben gemeinsam unser Bestes, die Kosten, die bei der Durchführung der vielfältigen Aufgaben anfallen, möglichst gering zu halten. Es werden immer Kosten und Nutzen gegeneinander abgewogen, wir handeln damit im Interesse des Kunden. Und weil auch die nachfolgenden Generationen noch sauberes Wasser vorfinden müssen, steht bei allem Handeln neben der Wirtschaftlichkeit auch der Nachhaltigkeitsgedanke ganz oben. Bei Fragen stehen wir jederzeit gern zur Verfügung.

Die 196 €, die ein Durchschnittshaushalt für sein Trinkwasser jährlich ausgibt, verteilen sich wie folgt: